RWB Chronik

Die Anfänge in den Sechzigern

Der Verein Rot-Weiß 67 Bodelschwingh entwickelte sich aus einer Anfang der 60er Jahre ins Leben gerufenen Freizeit- bzw. Werksmannschaft des Steinkohlekraftwerks Gustav Knepper in Dortmund-Oestrich.
Deren Mitglieder, die u. a. in den Werkswohnungen Deininghauser Straße, Quakmannsweg und Im Orde wohnten, trafen sich seinerzeit regelmäßig in der legendären - heute noch aktiven - Gaststätte Brand, Deininghauser Str. 62, in Bodelschwingh.
Dort wurde, unter Führung des damaligen Gastwirts Emil Duscha, beschlossen, sich dem westdeutschen Fußball- und Leichtathletikverband anzuschließen.
Der Verein in seiner heutigen Form wurde 1967 gegründet und durfte sich fortan Rot-Weiß 1967 Bodelschwingh e. V. nennen. Die ersten Spiele wurden auf dem Sportplatz Schweriner Berg ausgetragen (unterhalb des heutigen Monte Schlacko). Der Vorstand im Gründungsjahr waren: Emil Duscha (1. Vorsitzender), Richard Richter (2. Vorsitzender), Günter von Deest (Geschäftsführer), Herbert Zielke (Kassierer), Horst Tasler und Walter Grosche (Jugendwarte). Zu den wichtigsten Gründungsmitgliedern zählten weiterhin die Sportskameraden Arthur Korte, Richard Brauckmann und Werner Huber, die sich mit viel Idealismus und Engagement an den Aufbau des Spielbetriebs machten.
In der Saison 1968/69 konnte man dann endlich an der Meisterschaft in der zweiten Kreisklasse teilnehmen und sich mit den etablierten Vereinen aus den Nachbarorten messen. Zur Mannschaft der ersten Stunde zählten: Kissing, Schulz, Tasler, Reim, Wöhler, Brauckmann, Remmecke, Wolf, Huber, Korte und Hilgeland. Gleichzeitig gelang es den umtriebigen Bauherren des Vereins, mehrere Jugendmannschaften für die Meisterschaftsrunde anzumelden.
Die Spieler dieser Mannschaften waren zu fast 100% Bodelschwingher Jungs, die in den Übergangswohnheimen an der Bodelschwingher Straße (Höhe u. a. dem heutigen Möbel Drees) wohnten sowie aus der neu gebauten Siedlung im Bodelschwingher Unterdorf (Elberskamp, Raulfskamp und Göllenkamp) stammten. Sie sorgten über Jahre für den Unterbau des Vereins und manch einer fand sich später in der ersten Mannschaft wieder.

Die Siebziger Jahre

Anfang der siebziger Jahre konnte eine neue sportliche Heimat gefunden werden. Der zecheneigene Sportplatz an der Wenemarstraße wurde durch die Stilllegung der Zeche Westhausen nicht mehr gebraucht und der Stadt Dortmund zur Nutzung für die 1970 erbaute Westhausen-Grundschule übertragen. Ursprünglich diente dieser gepflegte Rasenplatz als Spiel- und Sportstätte für die Mitarbeiter der Zeche Westhausen sowie für die Freizeitgestaltung der Kumpel und Berglehrlinge, die in den Gebäuden direkt am Betriebsgelände, den sogenannten Ledigenheimen, wohnten.

Umgezogen wurde sich in den übergroß dimensionierten Kabinen, die sich in den Kellerräumen des längs zum Platz stehenden Baus (dem heutigen Kess) befanden.

Einen ersten Rückschlag hatte der Verein Mitte der 70er Jahre zu verkraften, als eine Gruppe von Mitgliedern RW Bodelschwingh den Rücken kehrte. Dies brachte auch sportliche Konsequenzen mit sich, nämlich den Abstieg in die neu gegründete 3. Kreisklasse (heute Kreisliga C). Es gab Turbulenzen im Verein, die Vorstandsarbeit lag teilweise brach und es ist nur zwei hartgesottenen Mitgliedern (Helmut Wallich und Uli Sembowski) zu verdanken, dass der Club nicht auseinanderfiel. Teilweise konnten Meisterschaftsspiele –mangels Masse- nur mit 9-10 Spielern durchgeführt werden.

Die Betreuung der Jugendarbeit lag in wenigen Händen, was auch dort zu einem großen Aderlass führte. SV Dingen und Germania Westerfilde waren attraktive Anlaufstellen für die Jugend-Kicker. Sie lockten mit ihrer lokalen Nähe und gut aufgestellten Jugendabteilungen.

Dies änderte sich 1977: Eine in und um Bodelschwingh tätige Hobbymannschaft trat mit vielen aktiven und passiven Mitgliedern dem Verein bei. Das Vereinsleben an der Wenemarstraße blühte auf.

Friedrich Lohsträter wurde Präsident und Karl Krziza unterstützte ihn als Kassierer. Es wurde eine Verkaufsgarage mit Grillstand errichtet. Bei Heimspielen konnte so die Vereinskasse aufgebessert werden. Außerdem wurde das Beitragssystem verändert: Man führte ab sofort Hauskassierungen durch, d. h. der Kassenwart machte sich auf den Weg durch den Ort und sammelte die Monatsbeiträge direkt an der Wohnungstür ein.

Sportlich ging es auch vorwärts. Durch die neuen Aktiven und einige Rückkehrer war es möglich geworden, eine 2. Seniorenmannschaft (K1-Mannschaft) zu melden. Bei der Feier zum 10jährigen Jubiläum im Saalbau Huckarde konnte mit Erleichterung festgestellt werden, dass die schwerste Krise des Vereins gemeistert war.

1979 wurde mit Egon Arndt zum ersten Mal in der Geschichte des Vereins ein lizenzierter und bezahlter Trainer eingestellt werden. Mit ihm wurde der angestrebte Aufstieg 1979/80 knapp verpasst.

1980 und mehr...

Sein Nachfolger Wolfgang Strehle setzte den Aufwärtstrend aber fort und in der Saison 1980/81 stieg RW Bodelschwingh mit großem Vorsprung in die Kreisliga B auf. Spieler dieses Teams waren: Dieter Wesche, Peter Braun, Arno Stromitzki, Uli Sembowski, Jürgen Oloff, Fredi Bloch, Peter Hilbig, Klaus Dreher, Ralf Jobski, Dieter Krziza, Jürgen Eickel, Francesco Felice, Helmut Wallich und Spielertrainer Wolfgang Strehle sowie die Betreuer Burkhard (Charly) Mertens und Leo Kanellopoulos.

Über ein besonderes Geschenk konnte sich die Jugendabteilung freuen. Sie bekam vom Möbelhaus Drees einen ausrangierten VW-Bully zur Verfügung gestellt. Dieser transportierte von nun an die Mannschaften zu ihren Auswärtsspielen und half natürlich auch bei manch einem (privaten) Umzug.

In das Jahr 1980 fällt auch die Gründung unserer Altherren-Mannschaft, die seitdem ununterbrochen am Spielbetrieb im Dortmunder Raum teilnimmt. Die Aktiven der 1. Generation, die besonders erwähnt werden sollten, waren u. a. Peter Kesten, Günter Meyer und Horst Jendraszewski.

1982 siedelte der Verein um. Der Platz an der Wenemarstraße entsprach nicht mehr den Statuten des DFB und man wurde dem Aschenplatz „Im Odemsloh“ zugeteilt. Dort, wo der alteingesessene Lokalrivale SV Germania Westerfilde-Bodelschwingh beheimatet war. Von nun an wurde die schon vorhandene Rivalität natürlich verschärft und so manch heißes Lokalderby ausgetragen.

1983 wurden die sportlichen Aktivitäten des Vereins durch die Gründung einer Damen-Gymnastik-Abteilung erweitert. Elisabeth Compagno führt seit dieser Zeit die Regie als Übungsleiterin. Zeitweise musste ein Aufnahme-Stopp ausgesprochen werden, da dieser beliebten Gruppe immer mehr sportbegeisterte Frauen beitreten wollten. Die Abteilung ist seit ihrer Bildung ein fester Bestandteil von RW Bodelschwingh.

Nachdem zur Saison 1983/84 Wolfgang Millendorf das Traineramt übernommen hatte, konnten viele neue Leistungsträger gewonnen werden. Sein Sohn Dirk fand den Weg zum RWB ebenso wie Peter Compagno, Thomas Harbart, Rainer Liche, Mario Herbig, Jens Braun, Jörg Radzio, Matthias Richau, Toni Dornauer, Dietmar Mann, Michael Potyka, Uwe Brost, Otto Rusch und Peter Ledwon.

Mit diesen Verstärkungen konnte 1985/86 der größte Erfolg der Vereinsgeschichte perfekt gemacht werden: Nach Ausscheidungsspielen gegen Fortuna Dorstfeld, Aplerbeck 09 und SC Dortmund 97/08 war der Aufstieg in die Kreisliga A geschafft.

Daran teil hatten auch: Torsten Schulz, Bernhard Becker, Volker Peters, Helmut Kohlmann, Peter Hilbig, Klaus Dreher

Getrübt wurde die Entwicklung des Vereins durch die Tatsache, dass der Jugendspielbetrieb im Jahr 1986 eingestellt werden musste und bis zu seiner Wiederaufnahme 1998 brach lag.

1987 wurde das 20jährige Vereinsjubiläum im Vereinslokal Alt Bodelschwingh und auf dem Sportplatz ausgiebig gefeiert. Die Vorstandsmitglieder 1987, die u. a. eine unvergessene Feier ausrichteten, hießen Friedrich Lohsträter, Elisabeth Compagno, Dieter Hutmacher, Siegfried Schink und Helmut Schnabel.

1987/88 konnte dem Abstieg im entscheidenden Relegationsspiel gegen Sportunion Dortmund soeben entgangen werden. In einem hochdramatischen Spiel im Mengeder Volksgarten gewann der RWB durch Tore von Peter Compagno, Otto Rusch und Thomas Harbart mit 3 zu 1 nach Verlängerung.

1988/89 mußten wir uns in einer Relegationsrunde mit DJK SF Nette und BG Marten messen und den zweiten Absteiger ausspielen. Mit viel Glück und einem hohen Netter Sieg im entscheidenden Spiel gegen Marten, bei dem der Netter Spieler Lösbrock sieben (7) Tore schoss, schafften wir den Klassenerhalt.

1989/90 war unser Glück aufgebraucht und die 1. Mannschaft stieg, trotz eines namentlich gut besetzten Kaders, in die Kreisliga B ab.

Geprägt war das kurze Gastspiel in der A-Liga natürlich von den Spielen gegen den direkten Rivalen Germania Westerfilde. Die Kassierer beider Vereine rieben sich die Hände, da teilweise bis zu 1000 Zuschauer zum Odemsloh strömten, um dieses bedeutende Sportereignis zu erleben. Ein Sieg gelang uns nie, das erste Lokalduell nach dem Aufstieg wurde -trotz großer Euphorie- mit 1:5 verloren.

Ein Highlight gab 1989 es im DFB-Pokal: Wir bekamen die Amateure von Borussia Dortmund zugelost (damals Oberligist). Das Spiel gegen die Truppe von Lothar Huber wurde am Mendeplatz ausgetragen und wir verloren trotz Eins-zu-null-Führung (Tor Dieter Schewe) und nach großem Kampf mit 1:6.

Walter Lechtenfeld, Helmut Wallich und Georg Gießelmann sollten an dieser Stelle noch genannt werden, da sie in diesem Jahrzehnt als Trainer tätig waren.

Kurzeitig waren in den achtziger Jahren auch die Frauen aktiv: Wir meldeten eine Fußballmannschaft beim WFLV an, die 2 Jahre am Spielbetrieb teilnahm. Die Namen der Spielerinnen lauteten (für die Nostalgie): Rawski, Mertin, Ortmann, Eickel, Tielkes, Kölsch, Strehle, Kura, Iske, Lenz, Potyka, Waesenberg und Rielinger.

Auch eine Damen-Handballmannschaft spielte von 1984-1986 in den rot-weißen Farben.

Den Unterbau der ersten Mannschaft bildete stetig die K1-Mannschaft. Sie spielte über Jahre in der Kreisliga C und platzierte sich oft im oberen Tabellendrittel. Einige Male wurde der Aufstieg nur knapp verpasst. Hier einige Leistungsträger dieser Zeit: Hartmut Kranefeld, Peter Ledwon, Frank Braun, Thomas Dollek, Thomas Knoke, Wolfgang Rösner, Erik Mann, Detlef Liche, Bernd Liche, Volker Schöne, Jörg Leinhäuser, Andreas Oloff, Detlef Laabs, Ralf Korte und Uwe Rogner

1988 erhielt der Verein einen nicht erwarteten Zulauf von ehemaligen RWB-Jugendspielern bzw. Freizeitspielern aus dem Ort. Es konnte eine dritte Mannschaft gebildet werden, die sich ebenfalls in der 3. Kreisklasse versuchte. Viele dieser Spieler bildeten später das Gerüst der 1. Mannschaft und prägen seitdem das Vereinsleben: Dazu gehören Frank Marschallek, Christian Marschallek, Matthias Winkelmann, Michael (Mia) Nolden, Thomas Kelch, Arnd Scherer, Marc Scherer, Thomas Scheider, Marcus Mender, Thomas Dangeleit, Georg Loch, Michael Bruck, André Krüger und später Frank Flottmann und Holger Matthes.